Konzertreise Baltikum 2014, Riga - Male Coirs

Text: Julian Jaros, Fotos: Brigitte Fässler und Gianni Horst

Im Gegensatz zu „Musica Sacra“ wussten wir um unsere realistischen Chancen auf den Titel in der Kategorie „Male Choirs“. Eine Bestätigung des Titels war wie erwähnt nie offiziell das Ziel, insgeheim erhofften sich aber die Meisten ein sehr gutes Abschneiden. Auch hier war die Konkurrenz viel grösser als vor zwei Jahren, und es bedurfte einer formidablen Leistung für die Spitzenränge, das war uns von Beginn weg klar.

 

Für diese Kategorie hatten wir ebenfalls ein kompetitives Programm einstudiert:

- Vom Singen, von Hans-Martin Linde (*1930)
- Nachtgruss, von Walther Geiser (1897-1993)
- Muistse mere laulud von Veljo Tormis (*1930)
- Pseudo-Yoik NT von Jaakko Mäntyjärvi (*1963)

 

Insbesondere der Einstieg mit dem zeitgenössischen, eher experimentellen Stück „Vom Singen“ war couragiert, denn die graziöse Schönheit und durchaus tiefergehende Botschaft dieses sängerisch anspruchsvollen Stückes erschliesst sich nur den aufmerksamen Zuhörern, die sich auf diese moderne Komposition einlassen. Nahezu perfekt vorgetragen, liessen wir den fordernden Schlussakkord mit dem Wort „Singe!“ durch die Konzerthalle klingen im Wissen, diesem Meisterwerk gerecht geworden zu sein.


Die folgenden drei Stücke gelangen ebenfalls gut, speziell die Publikumswirkung der beiden letzten Lieder war auch hier durchschlagend. Unter tosendem Applaus wurden wir verabschiedet – jetzt hiess es auf die Ergebnisse warten. Während alle Sänger mit der grossartigen Leistung zufrieden waren, gab es doch auch einige wenige Meinungen, unsere Spitzenleistung von zwei Tagen zuvor in der „Musica Sacra“-Kategorie nicht ganz erreicht zu haben. Ob sich diese Einordnung des Auftritts bewahrheiten würde? An der Preisverleihung am Sonntagmorgen wurde erst nach zwei qualvollen Stunden voller kreischender Nachwuchschöre die „Male Choirs“-Kategorie verlesen, doch plötzlich waren alle hellwach:

89 Punkte (Goldmedaille)

Zweiter Platz hinter dem lettischen Topchor „Viru Koris Gaudeamus“!

Die Entscheidung war knapp ausgefallen, und so war die Freude über den Vize-Meistertitel vorerst vermischt mit gedämpfter Enttäuschung. Zweiter zu werden, trotz der Steigerung in dieser Kategorie um +6 Punkte gegenüber Cincinnati 2012, zeigte nachdrücklich, wie das Niveau dieses Jahr insgesamt deutlich höher war. Schon bald überwiegte bei uns die Freude, uns in jeder Hinsicht gesteigert und sehr gut abgeschnitten zu haben. Gratulation an die Sieger aus Lettland!

 

Eine kurze Erklärung zu den Medaillen: in jeder Kategorie können alle Teilnehmer Edelmetall gewinnen, solange eine gewisse Punktzahl erreicht wurde. So zum Beispiel haben mehrere Chöre mindestens 80 Punkte in der „Musica Sacra“-Kategorie ersungen, was also zu mehreren Goldmedaillen in der gleichen Kategorie führte.

So gingen wir mit zwei Goldmedaillen, einem 4. Platz in „Musica Sacra“ und einem Vize-Meistertitel in „Male Choirs“ aus der Arena, insgesamt hochzufrieden mit dieser Topleistung. Wir konnten uns als einer der besten europäischen Chöre und als einer der besten Männerchöre weltweit präsentieren.

 

Danke Lettland für diesen Anlass, wir mochten die hübsche Altstadt von Riga und ihre Bewohner/innen sehr.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch:
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