Der Chor


Männerstimmen Basel

 

Kleidung aus den 50er-Jahren, Knickerbocker, Hosenträger, Cordjacken: äusserlich sind die Männerstimmen Basel bewusst altbacken, doch in den Kleidern stecken junge Männer, die sich mit Herz und Seele der Männerchorliteratur verschrieben haben.
Ein bunt gemischter Haufen, dessen Qualitäten Wettbewerbsjurys im In- und Ausland beeindrucken, wie der Sieg in der Kategorie „Männerchöre" an den World Choir Games in Cincinnati 2012, der Preis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes bei der "Fleischmann International Trophy Competition" in Cork 2011 und zuletzt „Competition Champion choir" und „First Price 40 voices and under" am Cornwall International Male Voice Choral Festival beweisen.

 

Leidenschaft und Lockerheit sind es, die diesen Chor auf und neben der Bühne auszeichnen, gemeinsames Feiern ist fast so wichtig wie gemeinsames Singen.
Stehen sie aber auf der Bühne richten die 30 Sänger ihre ganze Konzentration auf die Dirigenten Oliver Rudin und David Rossel, und das breite Repertoire aus Renaissance, Romantik, Volksliedgut und zeitgenössischer Literatur wird stilgerecht und mit grösster Inbrunst interpretiert.
Ein solches Projekt entsteht natürlich nicht von ungefähr. Gegründet wurde der Chor 2008 von ehemaligen Sängern der Knabenkantorei Basel. Viele der Sänger haben eine Vergangenheit in Kinder- und Jugendchören oder befinden sich in einer Musikausbildung. Dass es sich die beiden Chorleiter bei der Auswahl der Stücke nicht leicht machen, versteht sich da von selbst, denn das Repertoire soll ihren eigenen hohen Ansprüchen genügen, genauso wie es diesem Bund von Individualisten gefallen muss.
Regelmässig vergeben die Männerstimmen einen Kompositionsauftrag an einen bekannten zeitgenössischen Komponisten (Gion Antoni Derungs, Xavier Hagen), graben Unbekanntes und längst Vergessenes wieder aus und scheuen keine Herausforderung.

 

Gemeinsame Erfahrungen sind dafür der optimale Nährboden. Die Reisen nach Irland , die Vereinigten Staaten, Slowenien, Estland/Lettland und England haben den Chor zusammengeschweisst, das Treffen anderer Chöre und das Kennenlernen fremder Gesangstraditionen öffnen den Horizont für neue Experimente.
Dazu kommt ein Faible für eine eigene Ästhetik, die sich im virtuosen Umgang mit neuen Medien zeigt und das klassische Männerchorbild zitiert und zugleich aufbricht.
Für das Projekt „tøngedrøhn - eine Klang und Bildexpedition" wanderte der Chor durch den Schweizer Jura, ganz im Stile singender Wandergesellen, produzierte daraus einen Film und stimmte das Repertoire auf die Bilder ab.

 

In Zusammenarbeit mit Ueli Bier veranstaltet der Chor mittlerweile jedes Jahr ein «Amuse Bouche», bei dem Gesang, Speis und Trank zusammenkommen und das Wohlgefühl dieser Formation auf einen gemeinsamen Nenner bringen.
Zudem ist 2015 die inzwischen dritte CD mit dem Titel «Volkhorn» erschienen.
All dies lässt sich nur mit einem grossen persönlichen Einsatz jedes einzelnen Sängers erreichen und so schlagen die Männerstimmen Basel eine Brücke zwischen Tradition und Gegenwart, definieren ihren eigenen Männerchor-Begriff und sind dabei jung und irgendwie altmodisch zugleich.